Wenn die Welt der Zahlen und Buchstaben fremd ist

Bleistiftminen kratzen auf Papier.
Bis in die hinterste Ecke des Klassenzimmers sitzen die Schüler, die fleißig kopieren, was sie an der Tafel entziffern. Für die einen ist es schwerer, anderen fällt es etwas leichter, aber wirklich einfach geht es keinem von der Hand. Das Vorankommen ist mühsam und sicherlich hat es dem ein oder anderen auch nicht wenig Überwindung abverlangt, überhaupt erst herzukommen. So zum Beispiel meiner Gastoma, bei der es einige Zeit gedauert hat, bis sie sich schliesslich überzeugen ließ.
Und dennoch, es werden Fortschritte gemacht!

Zwei Wochen nach dem internationalen Tag der Frauen: Begegnung mit einer sehr interessanten von ihnen

Sie war eines Tages ploetzlich aufgetaucht in Pachamama, sass am Pausenhof und wir kamen ins Gespraech. Sowohl mir als auch ihr konnte man wohl ansehen, dass wir nicht aus der Comunidad selbst kamen. Was mich betrifft, werde ich es vermutlich nicht mehr aendern koennen, dass ich mich auf den ersten Blick von den Frauen meines Dorfes unterscheide. Isidora Simbaña, wie sie sich gleich vorstellte, trug Anaco, einen ebenfalls traditionellen Rock, den ich aber als eher “staedtisch” bezeichnen wuerde, als die in Pachamama uebliche “follera”.

Weihnachten und Weihnachten

Ich vergleich und staune und das immer noch pausenlos jeden Tag. Ich staune Bauklötze über so viel Gemeinsames und dann doch wieder so viele Unterschiede zwischen meinem Leben daheim in Deutschland und dem neuen Zuhause in Riobamba. Ja und dann kann ich es immer nicht glauben, wie viele Unterschiede dieses Land hier selbst beherbergt. Werde ich hier mal wieder gefragt, was mir denn der Hauptunterschied zwischen Ecuador und Deutschland scheint, antworte ich in der Regel:
„Der Unterschied ist, dass es hier so viele Unterschiede gibt.“

Allerheiligen die Zweite:Kerwa vs. Feriadas oder der Vergleich zwischen Feiern auf dem Land hier und in Franken, außerdem unterschiedliche Entwicklungen von Indígena- und nicht-Indígena-Gemeinden

Die zweite Einladung kam von der Gastfamilie meiner Riobamba-Mitbewohnerin, die für vier Tage auf ein Dorffest fahren würde. Ziel: Chool, die Heimatgemeinde der Mutter. Die Familie würde den Bierausschank organisieren und wir dürften mithelfen. Das klang mir nach einem guten Ausgleich zu meinem streng evangelischen und abstinenten Pachamama und prompt sagte ich zu.

Allerheiligen: Feste auf den Friedhöfen, kleine Männchen essen und Blut trinken…

Viele Assoziationen und eine Menge Trubel anlässlich eines Feiertags, der in der fränkischen Heimat von der Mehrheit vielleicht gerade mal als solch einer wahrgenommen wird, geschweige denn begangen wird.
Umso spannender, zumal er meiner Meinung nach einen guten Einblick in ecuadorianische Kultur und Lebensweise bietet. Genauer gesagt müsste man von einer ganzen Feierwoche sprechen, denn schon einige Tage zuvor beginnen die traditionellen Vorbereitungen.

Vom Teilen und von Arbeit, wie sie immer sein sollte

Das Prinzip der Gegenseitig nimmt im ecuadorianischen Alltag eine wichtige Rolle ein. Für mich wird das ganz häufig deutlich.
In der Pause in meiner Schule, wenn das Essen von jedem Einzelnen wie selbstverständlich mindestens einmal unter allen Umherstehenden die Tour macht.
Im Dorfleben in Pachamama, wenn mit der Hirtin am Wegesrand ganz natürlich der eigene Proviant geteilt wird.
Beim Weggehen abends in der Bar, wenn jede Flasche Bier von der kompletten Runde getrunken wird.

Hochzeit - aber auf evangelisch!

1 Kuh, 4 Schweine, 5 Schafe, 8 Gaense und ungefaehr 30 Meerschweinchen.

Eine kleine Bilanz der Doppelhochzeit, die meine Gastfamilie die letzten beiden Wochen gehoerig auf Trab gehalten hat.
Die Brautleute: Wie bei vielen Hochzeiten auf dem Land noch keine zwanzig. In diesem Fall haben die beiden juengeren Brueder meiner Gastmutter Maria geheiratet.

Meine Aufgaben

Mein zweiter Eindruck war da schon etwas anders, habe ich ihn doch in mitten des Gewusels meines ersten Schultages gewonnen. Von einem Kollegen, der sich meiner annahm, wurde ich zunächst durch alle Klassen geführt und Schülern sowie Lehrern vorgestellt. Sehr, sehr schüchtern, aber gleichzeitig aufgedreht, umringten die Kinder mich abwechselnd in einer riesigen Traube oder versteckten sich vor mir. (Als eine kleine Dreijährige plötzlich zu Weinen anfing, wurde mir erklärt, sie denke, meine Hautfarbe sei eine Krankheit. Ich musste schmunzeln. Ganz Unrecht hat sie ja nicht.

Das erste Mal in Pachamama

Noch ein paar Tage Sprachkurs in Quito und endlich, endlich ein Wiedersehen mit meiner guten Freundin von früher, Maria.
Dann war’s so weit:
Mit Patti, unserer Mentorin, die selbst aus einer der Indígena-Comunidades stammt, unternahmen wir den ersten Ausflug in unsere Gemeinden.
Pachamama liegt weit oben auf einem Berg. Von Riobamba aus ist der Weg doch recht zeitaufwendig. Wenn ich am Anfang der Woche mit meinen Kollegen im Auto mitgenommen werde, müssen wir mindestens zwei Stunden einplanen. Andernfalls noch mehr:

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